AMBOSS-MAG.de

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Das Trio aus dem griechischen Thessaloniki existiert seit 3 Jahren und veröffentlichte im letzten Jahr ihr selbstbetiteltes Debüt. Musikalisch geht die Band in die düstere Richtung, spielt experimentell mit dem Goth Rock Genre und lässt in ruhigen Phasen den Cold Wave erklingen. Erst mal ist es schön zu hören, dass die Griechen versuchen, einen eigenen Stil zu entwickeln, der dann auch Genre-übergreifend seine Inspirationsquellen sucht. Die sechs Songs auf ihrem Debüt sind geprägt durch eine düstere Atmosphäre, welche auch mal sehr unterkühlt daherkommt, wofür vor allem die Keys sorgen, die Saiten sind eher in Moll getaucht und variieren zwischen straighten Riffing und harmonischen Spiel. Herausragend ist das dunkle Timbre von Sänger Petros, wodurch natürlich gleich Parallelen zu Garden of Delight, Elusive oder Sisters gezogen werden dürften. Aber wie gesagt, die Darbietung wird immer wieder von einer schrägen und experimentellen Seite durchzogen.

Der Opener “Vanity” beginnt sehr ruhig und geheimnisvoll, bevor sich Saiten und Percussions in die Szenerie werfen und den nötigen Druck erzeugen, der sich dann in einer verträumten Melodie manifestiert. Die elektronische Komponente kommt mit einem verwegenen Trancesound daher. Darüber thronen die tiefen Vokalakrobatiken. Alternativ Goth Rock könnte man das Ganze nennen. Eine getragene, dezent schwermütige Eleganz durchzieht das folgende “Inner Demise”, immer wieder unterbrochen von druckvollen Hooklines und leichten Metal-Gitarren. Dazwischen gesellen sich psychedelische Dissonanzen, welche den Spannungsbogen erhöhen. “Mandolism” erklingt sehr druckvoll, diesmal liegt die experimentelle Komponente eher im Gesang. Hervorragend auch, dass von schrammelnden Gitarren eingeleitete, ansonsten fast sanftmütig daherkommende “Evolution of broken Minds”, dessen Eleganz auf einer tragischen Note fußt und sich mystisch angehaucht offeriert. Ein Song, der sich nebenbei wohl auch mit der aktuellen Situation in Griechenland beschäftigt.  Slowmotion und Schwermut kleiden “retour an Dich” (die Griechen verwenden wirklich die beiden deutschen Wörter) in tiefe Grautöne. Ein bedrückendes und sehr dunkles Machwerk. Nach 27 Minuten und 6 Tracks ist dann leider schon wieder Schluß, aber mit “Come with reverse” gibt es noch einen schrägen Leckerbissen. Druckvoll und gewaltig der Sound, verstörend das Variete-hafte Zwischenspiel als Unterbrechung.

Man darf gespannt sein, wie sich die Band entwickelt, das Zweitwerk steht in den Startlöchern und wird Anfang 2014 veröffentlicht. Ich werde mir die Band am 12.10. mal live anschauen und euch berichten. Ansonsten kann man der Band nur viel Glück wünschen und ein Label, dass den Jungs alle Freiheiten lässt. (andreas)

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Come With Reverse Playlist
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